Sabbatjahr – Alles rund um die berufliche Auszeit

Für einen geraumen Zeitraum aus dem Geschehen aussteigen, den Pausenknopf drücken, um vielleicht sogar dem Arbeitsalltag gänzlich entfliehen und sich anderen Dingen widmen? Die Idee des sogenannten Sabbatjahrs, dem Sabbatical, dient genau dieser Vorstellung. Was dabei früher als Forschungssemester an Hochschulen abgetan wurde, findet auch als Arbeitszeitmodell für einen längeren Sonderurlaub immer mehr Anerkennung in größeren Unternehmen. Die Gründe und persönlichen Ziele des Arbeitnehmers für das Sabbatjahr sind dabei frei verwendbar. Doch gibt es dort auch rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten? Wie kann ein Mitarbeiter seinen Freizeitanspruch aufbauen? Hat er in der Zeit ein Anrecht auf Urlaub und ändert sich sein Einkommen während dieser Auszeit?

Sabbatjahr - die berufliche Auszeit
Das Sabbatjahr ist ein Arbeitszeitmodell für einen längeren Sonderurlaub

Einsatz des Sabbatjahrs

Zunächst sei gesagt: Jedem Auszeitnehmer steht grundsätzlich frei, wofür er das Sabbatical konkret verwendet. Die Gründe, warum eine längere Auszeit angetreten wird, sind jedoch auf ein paar wesentliche Aspekte zurückzuführen, die sich zwischen Arbeitnehmern unterschiedlicher Unternehmen ähneln. Da wären zunächst einmal die Mitarbeiter, die eine Weiterbildung oder Umschulung planen, um ihre Karriere voranzutreiben. Andere betrachten die Auszeit wirklich als Ruhe vor dem Job. Dadurch steigern sich Motivation und Kreativität steigern und man beugt Erkrankungen wie dem Burnout vor. Andere nutzen die Zeit, um zu verreisen oder soziale Projekte zu unterstützen, aber auch eine zeitintensivere Partnerschafts- bzw. Familienphase kann ausschlaggebend für ein Sabbatjahr sein. Personaler können an dieser Stelle über die Entscheidungen ihrer Arbeitnehmer, ein Sabbatjahr einzulegen, also keinerlei Einwände ausüben. Jedoch lassen sich durch spezielle Arbeitsverträge die Dauer der Auszeit regeln. Auch eine Ablehnung des Antrags ist möglich.  

Rahmenbedingungen für ein Sabbatjahr

Ein Sabbatjahr kann also aus den unterschiedlichsten Gründen angetreten werden, über die Dauer lässt sich aber verhandeln. Hier haben Personaler die Aufgabe, der Option eines ganzen Sabbatjahrs vorzubeugen, indem Sie diesen Fall mit in den Arbeitsvertrag nehmen und genau terminiert festhalten. Mit dem Urlaubsplanungstool von Ashampoo Systems „Vacactionizr“ können Sie direkt sämtliche Urlaube der Mitarbeiter überblicken und schneller feststellen, in welchen Zeiträumen ein Antrag auf Auszeit möglich ist. 

Eine Auszeit vom Job ist möglich, aber nicht bedingungslos. In der Praxis verwaltet man das Arbeitszeitguthaben auf einem eigenen Zeitkonto. Auf dem Langzeitkonto erfasst man den Aufbau von Überstunden, sogenannten Plusstunden, und verrechnet diese mit dem Sabbatjahr. Auch gilt es zu klären, ob der Mitarbeiter in dieser Zeit ein konstant gleiches Einkommen erhält. Möglich wäre an dieser Stelle ein Lohnverzicht, um den Freizeitanspruch des Mitarbeiters aufzubauen. Somit könnte der Arbeitnehmer, neben Überstunden, sein Langzeitkonto füllen, um ein Sabbatjahr anzutreten.

Nachdem die Vorkehrungen für ein Sabbatical für den Mitarbeiter getroffen sind, klärt man darüber hinaus noch ein paar Aspekte während dieser Auszeit. Da wäre zu einem der Krankheitsfall während des Sonderurlaubs. Krankheitszeiten im Sabbatjahr – anrechnen oder nicht? Diese Antwort muss der Personaler im gesonderten Arbeitsvertrag für seinen Mitarbeiter klären. Klare Regeln verhelfen hier zu einer besseren Übersicht über die Lage des Arbeitnehmers, auch wenn sich dieser nicht im Büro befindet. Geht die Auszeit über einen längeren Zeitraum, so klären Personaler und Mitarbeiter auch den Urlaubsanspruch während dieser Zeit. Besteht weiterhin Anspruch auf bezahlten Urlaub oder ist dieser mit dem Sabbatical abgegolten? Hier sorgen die Personaler vorab für Klarheit und beugen dadurch möglichen Missverständnissen vor. 

Sind die Rahmenbedingungen geklärt, muss sich die Personalabteilung gegebenenfalls um eine Vertretung bemühen. Dabei ist es von besonderer Bedeutung, die Aus- und wieder Eingliederung des Arbeitnehmers zu koordinieren, denn schließlich soll die Vertretung die Lücke direkt schließen können. 

Berufliche Auszeit - Sabbatjahr
Es gibt viele gute Gründe, warum Menschen ein Sabbatjahr nehmen, dazu zählen unter anderem Erholung, Weiterbildung, Reisen, Erziehung, oder Privates. Jeder hat sicherlich seine eigene Motivation.

Wie sieht die gesetzliche Grundlage für ein Sabbatjahr aus?

Einen gesetzlichen Anspruch auf ein Sabbatjahr gibt es nicht. Hier können die Unternehmen bei neuen Arbeitnehmern durchaus punkten, indem sie einen gesonderten Vertrag aufnehmen und somit die „Work-Life-Balance“ groß in die Unternehmensphilosophie übertragen. Abseits davon gibt es aber Gesetze, die zumindest einen zeitlichen Ausstieg aus dem Job erleichtern. Seit 1998 gilt das Gesetz zur sozialrechtlichen Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen. Drei Jahre später, im Jahr 2001, folgte das Gesetz zur Teilzeitarbeit und befristeten Arbeitsverträgen. In diesen beiden Gesetzen sind die Rechte von Arbeitnehmern geregelt, die individuell vereinbarte Arbeitszeit zu verkürzen oder zu verlängern. Da das Sabbatjahr aber nur bei einem Unternehmen ab einer bestimmten Mitarbeitergröße funktioniert, hat der Arbeitgeber hier auch die Möglichkeit, die Anfrage für ein Sabbatjahr abzulehnen. Auch kann der Arbeitnehmer erst ein Sabbatjahr beantragen, wenn er bereits drei Jahre in dem Unternehmen beschäftigt ist. Lehnt der Arbeitgeber das Gesuch also ab, besteht zumindest noch ein gesetzlicher Anspruch auf Teilzeit. 

Geht die Anfrage des Arbeitnehmers durch, so gelten alle Bestandteile des zuvor geschlossenen Vertrages. Die gesetzliche Form, die für das Sabbatjahr fortan gilt fällt unter dem Teilzeitarbeitsrecht. Im Normalfall ist in diesem Jahresarbeitszeitvertrag eine konstante Bezahlung geregelt. Somit fällt auch der sozialversicherungstechnische Schutz darunter, der während der Auszeit gewährleistet ist. 

Das Sabbatjahr für Beamte

In Deutschland gibt es für Beamte die Möglichkeit, für einen Zeitraum zwischen zwei bis zu sechs Jahren für zwei Drittel bis sechs Siebtel des normalen Gehalts zu arbeiten. Anschließend kann ein Arbeitnehmer sich für ein Jahr freistellen lassen. Er erhält in dieser Zeit ebenfalls zwei Drittel bis sechs Siebtel seiner Dienstbezüge. Weitere Grundsätze zum Sabbatical regeln die geltenden Beamtengesetze, die nach den unterschiedlichen Regelungen auf Bundes- oder Landesebene Anwendung finden. In Deutschland sind dabei einige Berufsgruppen auch als Angestellte im öffentlichen Dienst tätig, die eine ähnliche oder gar die gleiche Regelung wie Beamte innehaben. 

Sabbatjahr - Auszeit vom Beruf
In allen Bundesländern gibt es für Lehrkräfte, Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes spezielle Regelungen für das Sabbatjahr.

Mit dem Vacationizr stets den Überblick behalten

Plant ein Mitarbeiter ein Sabbatjahr? Kommt ein Arbeitnehmer aus seiner längeren Auszeit bald zurück? Was ist wann wie organisiert, sodass Mitarbeiter und Personaler letztlich einen reibungslosen Ablauf garantieren? Mit dem Vacationizr haben Personaler stets den Überblick über die Fehlzeiten Ihrer Mitarbeiter. Sollten sich kurzfristige Änderungen der Abwesenheitszeiten ergeben, so können Arbeitnehmer die Änderungen direkt über den Vacationizr in Echtzeit eintragen und sorgen somit für die maximale Transparenz für Personaler. Egal, ob von Zuhause oder von Unterwegs. Mit dem Vacationizr bleiben sie flexibel.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • • Ein Sabbatjahr oder Sabbatical kann erst nach mindestens drei Jahren angetreten werden
  • • Unternehmen können einem Sabbatjahr erst ab einer bestimmten Mitarbeitergröße zustimmen
  • • Die Rahmenbedingungen für die gesonderte Auszeit werden in einem zusätzlichen Arbeitsvertrag festgehalten
  • • Die Dauer des Sabbatjahrs sollte vorab festgelegt werden, um Missverständnisse zu vermeiden
  • • Die Hintergründe für die längere Auszeit können persönlich festgelegt werden
  • • Ein Antrag für ein Sabbatical ist ablehnbar, einen gesetzlichen Anspruch auf diese Auszeit haben Arbeitnehmer nicht
  • Mit dem Urlaubsplanungstool Vacationizr haben Sie stets den Überblick über die Anwesenheit ihrer MitarbeiterInnen

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