Urlaubsanspruch in Elternzeit

Junge Eltern und Urlaubsrecht – welcher Urlaubsanspruch gilt in der Elternzeit?

Die Elternzeit ist eine groß diskutierte Angelegenheit. Auf der einen Seite, weil es wohl kaum ein Unternehmen gibt, das nicht davon betroffen ist. Auf der anderen Seite herrscht große Unklarheit und Verwirrung um das Thema. Wie beantragt man die Elternzeit und haben die Mitarbeiter während dieser Zeit eigentlich Anspruch auf ihren Urlaub?

Urlaub während der Elternzeit
Urlaub während der Elternzeit: Was Arbeitgeber wissen müssen

Wenn ein Arbeitnehmer in Elternzeit geht, bedeutet das für das Unternehmen, dass es für einen gewissen Zeitraum nicht mit dieser Arbeitskraft rechnen kann. Gerade junge Unternehmer müssen dann zusehen, ob man das Aufgabenvolumen auf die übrigen Arbeitskräfte verteilen kann oder ob das Personalwesen sich um eine Aushilfskraft bemühen muss. 

Während der Job also zunächst für das frischgebackene Elternteil pausiert, haben Arbeitnehmer in Elternzeit darüber hinaus auch Anspruch auf Urlaub. Vollkommen bedingungslos ist dieser nicht, denn der Arbeitgeber darf diesen Urlaubsanspruch auch kürzen.  

Wie muss die Elternzeit beantragt werden?

Der Antrag auf Elternzeit ist schriftlich zu erbringen. Eine E-Mail reicht dabei nicht aus. Der Arbeitgeber kann diese im Nachhinein auch als unwirksam erklären. Der Antrag muss demnach ausgedruckt und unterschrieben den Arbeitgeber erreichen.  

Wann müssen Mitarbeiter Elternzeit beantragen? Welche Frist gilt für den Antrag?

Der Arbeitnehmer hat seinen Arbeitgeber mindestens sieben Wochen vor dem Beginn der Elternzeit in Form eines Antrages in Kenntnis zu setzen, dass er Elternzeit beantragt. Hierbei ist es wichtig zu erwähnen, dass der Arbeitnehmer selbst aktiv werden muss. Er muss für die ersten zwei Jahre nach der Geburt des Kindes verbindlich festlegen, in welchem Zeitraum er in Elternzeit gehen möchte. Hier bietet der Vactionizr von Ashampoo Systems eine hervorragende Möglichkeit, den festgelegten Zeitraum bestmöglich im Blick zu behalten. 

Wollen Mutter oder auch Vater nach dem dritten Geburtstag eines Kindes noch einmal in Elternzeit gehen, ist auch eine längere Frist möglich. In diesem Fall wird der Arbeitgeber bereits 13 Wochen vorher darüber informiert. 

Eltern müssen also die Elternzeit nicht sofort und auch nicht in einem Stück nehmen. Arbeitnehmer sind in der Lage, ihre Elternzeit auf drei Abschnitte aufzuteilen. Das geht aus dem §16 Abs. 1 Satz 6 des BEEG hervor. Bis zum achten Geburtstag des Kindes stehen 24 Monate Elternzeit zur Verfügung. 

Allerdings ist dies mit Vorsicht zu genießen. Hat ein Arbeitnehmer zunächst ein Jahr Elternzeit beantragt und möchte diese dann verlängern, so braucht er die Zustimmung des Arbeitgebers. Auch in diesem Fall ist die Zustimmung des Arbeitgebers nur in Form eines zugestimmten Antrags zulässig. Entscheidet der Arbeitgeber in diesem Fall, dass er den Mitarbeiter im Unternehmen braucht, so kann er den Folgeantrag aus dringenden betrieblichen Gründen auch ablehnen. 

Antrag auf Elternzeit
Der Arbeitnehmer hat seinen Arbeitgeber mindestens sieben Wochen vor dem Beginn der Elternzeit in Form eines Antrages in Kenntnis zu setzen, dass er Elternzeit beantragt.

Urlaubskürzung in der Elternzeit

Zunächst sei gesagt, dass Arbeitnehmer in Deutschland auch dann Urlaubsanspruch erwerben, wenn sie sich in Elternzeit befinden. Anders als bei dem Mutterschutz oder bei Krankheit können Arbeitgeber nach §17 des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes (BEEG) den Jahresurlaub für jeden vollen Kalendermonat um ein Zwölftel kürzen. Hintergrund ist hier ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das besagt, dass der Mutterschutz und krankheitsbedingte Abwesenheit nicht vergleichbar mit der Elternzeit seien. Fällt ein Arbeitnehmer etwa beispielsweise krankheitsbedingt aus, so sei dies unvorhersehbar. 

Grundsätzlich: Der Urlaubsanspruch während der Elternzeit ist nur zu kürzen, wenn der Arbeitgeber von dieser Möglichkeit auch wirklich Gebrauch macht. Eine Verpflichtung seinerseits besteht also nicht

Der Arbeitgeber kann im eigenen Ermessen entscheiden, ob er eine Urlaubskürzung im Rahmen der Kürzungsmöglichkeit §17 Abs. 1 Satz 1 des BEEG vornehmen möchte. Wer hier ein gutes Verhältnis zu seinem Arbeitgeber hat, der befindet sich klar im Vorteil. Übrigens: mit der Übersicht des Vacationizrs gelingt eine vorausschauende Planung der Eltern- und Urlaubszeit spielend leicht.

Konkret könnte das wie folgt aussehen:

Mitarbeiter Jens arbeitet Vollzeit bei der Beispiel GmbH. Seit kurzem darf er sich stolz „Vater“ nennen. Um seinen Sohn zu betreuen, möchte er 9 Monate Elternzeit nehmen. 

Mit Blick in seinen Arbeitsvertrag fällt auf, dass ihm, rein rechtlich gesehen, 30 Tage Urlaub pro Jahr zustehen. Jens geht damit zu seiner Arbeitgeberin Frau Schmidt und möchte diesen Urlaubsanspruch mit in die Elternzeit nehmen. Frau Schmidt schaut sich den Antrag an, ist jedoch dagegen. Sie möchte den Anspruch auf Urlaub kürzen. 

Bei den gewünschten 9 Monaten Elternzeit kann sie den Urlaubsanspruch zu einem Großteil kürzen. Hierfür rechnet sie die Anzahl der eingereichten Monate Elternzeit gegen das komplette Jahr. Aus dieser Rechnung ergeben sich 22,5 Tage. Für Jens bedeutet dies, dass ihm lediglich 7,5 Tage Urlaub in diesem Jahr zustehen. 

Hätte Jens dagegen für die kompletten 12 Monate des Jahres die Elternzeit beantragt, könnte Frau Schmidt ihm auch den vollen Urlaubsanspruch wegkürzen.

Arbeitgeber entscheidet über Urlaubskürzung in Elternzeit.
Der Arbeitgeber kann im eigenen Ermessen entscheiden, ob er eine Urlaubskürzung vornehmen möchte.

Einschränkungen des Arbeitgebers

Selbstverständlich darf der Arbeitgeber nicht willkürlich den Urlaub kürzen. Auch er muss sich dabei an gewisse Regeln halten. 

So darf der Arbeitgeber den ersten Antrag auf Elternzeit nicht ablehnen. Allerdings gibt es hierbei eine Ausnahme. Und zwar, wenn der Mitarbeiter die Elternzeit innerhalb der ersten zwei Jahre verlängern möchte. Hier kann der Arbeitgeber die Verlängerung aus betriebsbedingten Gründen ablehnen.

Ähnlich wie bei der Antragsstellung auf Elternzeit muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer im Umkehrschluss darüber informieren, dass er von einer Urlaubskürzung Gebrauch macht. Diese Erklärung kann ausdrücklich oder stillschweigend erfolgen. Die Kürzungserklärung muss dabei nicht zwingend vor der Elternzeit erfolgen. Sie kann auch während oder auch noch nach der Inanspruchnahme der Elternzeit abgegeben werden. In diesen Zusammenhang ist es besonders wichtig zu erwähnen, dass der Urlaub noch vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu kürzen ist. Ansonsten wandelt sich der Urlaubsanspruch automatisch in eine Abgeltungsanspruch um.

Um Mitarbeiter motiviert zu halten, klärt man die Angelegenheit im besten Fall im Arbeitsvertrag. So kann man sich bei Unstimmigkeiten darauf berufen und der Arbeitgeber bewahrt die Planungssicherheit. Aus Sicht des Arbeitgebers empfiehlt es sich, in jedem Fall von dem §17 Absatz 1. Satz 1 des BEEG Gebrauch zu machen. So verhindert man, dass das Elternteil seine Urlaubsansprüche ansammelt und im Anschluss an die Elternzeit den angesparten Urlaub nehmen möchte. 

Immer alles im Blick – Mit dem Vacationizr

Um ungeliebten Überraschungen zu entgehen, empfiehlt es sich, auf einen Urlaubsplaner umzusteigen. Mit dem digitalen Urlaubsplaner „Vacationizr“ lassen sich schnell und einfach Urlaubslisten erstellen und verwalten. Einfache Urlaubsverwaltung statt lange Exceltabellen. Schnell und leicht umsetzbar. 

Durch die maximale Transparenz können Mitarbeiter somit besser planen und über das gesamte Jahr hinweg einen besseren Überblick behalten. Ein absolutes Muss für jede HR-Abteilung. 

Urlaubsanspruch in Elternzeit. Mit dem Vacationizr vorausschauend und transparent planen.
Mit der Übersicht des Vacationizrs gelingt eine vorausschauende Planung der Eltern- und Urlaubszeit spielend leicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • • Die Elternzeit muss schriftlich in Form eines Antrages erfolgen. Der Erstantrag kann dabei nicht abgelehnt werden.
  • • Der Erstantrag hat sieben Wochen vor der Elternzeit zu erfolgen und gilt verbindlich für die kommenden zwei Jahre.
  • • Während der Elternzeit sammelt der Arbeitnehmer weiter Urlaub. Dieser kann, muss aber nicht vom Arbeitgeber gekürzt werden.
  • • Eine Kürzung wäre aus Sicht des Arbeitgebers sinnvoll, da andernfalls der angesammelte Urlaub nach Wiederantritt eingetragen werden könnte.
  • • Um Fehlzeiten transparent zu dokumentieren, empfiehlt sich der digitale Urlaubsplaner Vacationizr.

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